Die meisten Menschen beginnen ihre Suche im Internet — nach einem Museum in der Nähe, nach einer Steuerberaterin, nach einem Fahrradverleih auf Mallorca. Wer bei dieser Suche nicht auftaucht, existiert für potenzielle Besucher:innen und Kund:innen schlicht nicht. Das gilt für den Einzelhandel genauso wie für Kulturinstitutionen, Vereine und Freiberufler:innen.
Daran hat sich seit Jahren nichts geändert. Was sich verändert hat, ist die Art, wie gesucht wird — und damit auch die Art, wie Websites gefunden werden.
Google ist nicht mehr allein
Neben der klassischen Google-Suche beantworten zunehmend KI-gestützte Systeme die Fragen von Nutzer:innen: Google AI Overviews, ChatGPT, Perplexity, Microsoft Copilot. Diese Systeme lesen Websites maschinell aus, bewerten deren Inhalte und zitieren die Quellen, die sie für am relevantesten und vertrauenswürdigsten halten.
Das bedeutet: Ihre Website muss nicht nur für Google funktionieren, sondern auch für KI-Systeme lesbar und zitierbar sein. Die Fachwelt spricht von GEO — Generative Engine Optimization — als Ergänzung zur klassischen SEO.
Die gute Nachricht: Was für GEO funktioniert, funktioniert auch für SEO. Und umgekehrt. Es gibt keinen Widerspruch, sondern eine gemeinsame Grundlage.
Was wirklich zählt
Semantisches HTML. Suchmaschinen und KI-Systeme lesen den Quellcode Ihrer Website. Wenn Überschriften, Absätze, Listen und Navigationsstrukturen korrekt ausgezeichnet sind, können diese Systeme Ihre Inhalte verstehen und einordnen. Eine Website, die aus <div>-Containern ohne semantische Bedeutung besteht, ist für Maschinen schwerer zu interpretieren — egal wie gut sie für Menschen aussieht.
Klare, verständliche Inhalte. Schreiben Sie für Ihre Besucher:innen, nicht für Suchmaschinen. Beantworten Sie die Fragen, die Ihre Zielgruppe tatsächlich hat. Strukturieren Sie Ihre Texte mit aussagekräftigen Überschriften. Jeder Abschnitt sollte für sich stehen können — denn KI-Systeme zitieren einzelne Absätze, nicht ganze Seiten.
Technische Qualität. Schnelle Ladezeiten, mobiltaugliches Design, verschlüsselte Übertragung (HTTPS) und keine technischen Fehler. Das klingt selbstverständlich, ist aber auf überraschend vielen Websites nicht gegeben.
Barrierefreiheit. Was für Screenreader funktioniert, funktioniert auch für Suchmaschinen-Crawler und KI-Systeme. Korrekte Alt-Texte, logische Heading-Hierarchien, tastaturgerechte Navigation — all das macht Ihre Website nicht nur inklusiver, sondern auch besser auffindbar. Barrierefreiheit und SEO sind keine getrennten Disziplinen, sondern zwei Seiten derselben Medaille.
Keine Abhängigkeit von Drittanbieter-Skripten. Tracking-Pixel, externe Fonts, Social-Media-Widgets und Cookie-Banner bremsen Ihre Website aus und machen sie technisch fragil. Jede externe Ressource ist ein potenzieller Fehlerquellen und ein Datenschutzrisiko. Schlanke Websites laden schneller, sind stabiler und werden besser bewertet.
Was nicht mehr funktioniert
Keyword-Stuffing. Suchbegriffe unnötig oft in Texte zu packen, schadet mehr als es nützt. Google erkennt das seit Jahren und bestraft es.
Gekaufte Links. Backlinks haben nach wie vor Gewicht, aber gekaufte Links aus Linknetzwerken können Ihre Website in den Suchergebnissen abrutschen lassen.
Unsichtbarer Text. Weißer Text auf weißem Hintergrund, versteckte Keyword-Listen, automatisch generierte Doorway-Pages — all das sind Manipulationsversuche, die Google zuverlässig erkennt.
„SEO-Texte" ohne Mehrwert. Texte, die nur geschrieben wurden, um Suchmaschinen zufriedenzustellen und keinen echten Informationswert bieten, werden weder von Google noch von KI-Systemen bevorzugt.
Was Kulturinstitutionen besonders beachten sollten
Museen, Galerien, Theater und Archive haben einen besonderen Vorteil: Sie produzieren regelmäßig Inhalte mit echtem Informationswert — Ausstellungstexte, Veranstaltungshinweise, Künstler:innenporträts, Sammlungsbeschreibungen. Diese Inhalte sind genau das, was Suchmaschinen und KI-Systeme suchen: einzigartig, fachlich fundiert und lokal relevant.
Nutzen Sie diesen Vorteil, indem Sie Ihre Inhalte technisch korrekt aufbereiten: strukturierte Daten (JSON-LD), klare URL-Strukturen, vollständige Meta-Informationen und ein barrierefreies Frontend. So werden Ihre Inhalte nicht nur gefunden, sondern auch zitiert.
Der erste Schritt
Prüfen Sie Ihre Website mit einem einfachen Test: Geben Sie Ihren Firmennamen oder Ihre wichtigsten Leistungen bei Google ein. Erscheinen Sie auf der ersten Seite? Wenn nicht, gibt es Handlungsbedarf.
Ich berate Sie gerne — von der Bestandsaufnahme bis zur Umsetzung.