Sie kennen das: Das Telefon klingelt, eine freundliche Stimme erklärt Ihnen, dass Ihre Website bei Google „nicht gefunden" wird — und bietet Ihnen gegen eine monatliche Gebühr eine garantierte Platzierung auf Seite 1 an. Oder Sie erhalten eine E-Mail mit einem alarmierende „SEO-Audit" Ihrer Website, das angeblich schwerwiegende Probleme aufdeckt.
2025 war laut dem Spam-Abwehr-Anbieter Clever Dialer das bisher aktivste Jahr für Telefonspam in Deutschland — über 5,9 Millionen registrierte Spam-Anrufe, Tendenz steigend. SEO-Spam ist ein fester Bestandteil davon. Und die Methoden werden raffinierter: KI-generierte Stimmen, mehrstufige Angriffe über Telefon und Messenger, professionell gestaltete Fake-Audits per E-Mail.
Die häufigsten Warnsignale
Unaufgeforderter Kontakt. Seriöse SEO-Dienstleister rufen Sie nicht ungefragt an und versenden keine Massen-E-Mails. Wenn Sie noch nie Kontakt mit einem Anbieter hatten und plötzlich einen dringenden Anruf oder eine E-Mail erhalten — seien Sie skeptisch.
Ranking-Garantien. Kein seriöser Anbieter kann Ihnen eine bestimmte Google-Platzierung garantieren. Selbst Google warnt ausdrücklich vor Agenturen, die das versprechen. Suchmaschinen-Algorithmen sind komplex und ändern sich laufend — wer Ihnen Position 1 verspricht, lügt.
Intransparente Maßnahmen. Wenn ein Anbieter nicht konkret erklären kann, was er tut, ist Vorsicht geboten. Fragen Sie nach: Welche Maßnahmen werden ergriffen? Wie wird der Erfolg gemessen? Seriöse Anbieter arbeiten mit klaren KPIs und regelmäßigen Berichten.
Billige Keywords, die niemand sucht. Ein beliebter Trick: Der Anbieter optimiert Ihre Website für Suchbegriffe, die kein Mensch eingibt — und präsentiert Ihnen dann stolz ein Top-Ranking für irrelevante Begriffe. Prüfen Sie immer, ob die Keywords tatsächlich von Ihrer Zielgruppe gesucht werden.
Langfristige Knebelverträge. Vorsicht bei Verträgen mit langen Mindestlaufzeiten (12, 24 oder gar 36 Monate) und intransparenten Kündigungsfristen. Seriöse Zusammenarbeit basiert auf messbaren Ergebnissen, nicht auf Vertragsbindung.
Drohungen mit negativen Folgen. Manche Anbieter drohen damit, dass Ihre Website „bestraft" wird oder „verschwindet", wenn Sie nicht sofort handeln. Das ist reine Panikmache.
Neue Maschen seit 2025
Die Methoden der Betrüger entwickeln sich weiter. Achten Sie auf diese neueren Tricks:
KI-generierte „Audits": Professionell aussehende PDF-Berichte, die automatisch generiert werden und technische Fachbegriffe aneinanderreihen. Sie wirken kompetent, sagen aber nichts Konkretes aus.
Mehrstufige Kontaktaufnahme: Erst ein Anruf, dann eine Nachricht über LinkedIn oder per E-Mail, schließlich ein „kostenloses Beratungsgespräch". Die Kombination aus mehreren Kanälen soll Vertrauen schaffen.
Fake-Bewertungen: Manche unseriösen Agenturen pflastern sich mit gefälschten 5-Sterne-Bewertungen auf Google zu. Schauen Sie genau hin: Sind die Bewertungen auffällig gleichförmig? Haben die Bewertenden selbst ein leeres Profil?
Was tun, wenn Sie kontaktiert werden?
- Geben Sie am Telefon keine Informationen über Ihre Website preis
- Unterschreiben Sie nichts am Telefon oder unter Zeitdruck
- Recherchieren Sie den Anbieter: Impressum, Referenzen, echte Kundenstimmen
- Fragen Sie konkret nach Maßnahmen, Berichtswesen und Kündigungsfristen
- Melden Sie verdächtige Anrufe bei der Bundesnetzagentur
Woran Sie seriöse SEO-Arbeit erkennen
Gute Suchmaschinenoptimierung ist kein Geheimnis und keine Zauberei. Sie basiert auf sauberem Handwerk: technisch einwandfreie Websites, verständliche Inhalte, semantisch korrektes HTML, schnelle Ladezeiten und barrierefreie Gestaltung. Ein seriöser Anbieter erklärt Ihnen, was er tut, warum er es tut, und zeigt Ihnen die Ergebnisse transparent auf.
Wenn Sie unsicher sind, ob ein Angebot seriös ist — fragen Sie mich. Ich berate Sie gerne, auch wenn es nicht um meine eigenen Leistungen geht.