Teure Hosting-Verträge, schlechter Support, veraltete Server? Ein Providerwechsel ist heute unkomplizierter als viele denken. Das alte KK-Verfahren mit Fax-Formularen ist Geschichte — seit 2010 läuft der Domainumzug bei .de-Domains über das AuthInfo-Verfahren, das den Prozess deutlich vereinfacht hat.
So funktioniert der Domainumzug
Schritt 1: Neuen Provider auswählen
Vergleichen Sie Hosting-Angebote nach Ihren Bedürfnissen: PHP-Version, Speicherplatz, SSL-Zertifikat, E-Mail-Postfächer, Support-Qualität. Achten Sie darauf, dass der neue Provider die technischen Anforderungen Ihrer Website erfüllt.
Schritt 2: Website und E-Mails sichern
Bevor Sie irgendetwas umziehen: Erstellen Sie ein vollständiges Backup Ihrer Website-Dateien, Ihrer Datenbank (falls vorhanden) und Ihrer E-Mail-Postfächer. Manche Provider löschen alle Daten, sobald die Domain wegtransferiert wird.
Schritt 3: Domain beim alten Provider kündigen
Kündigen Sie die Domain „zum Providerwechsel" — nicht ersatzlos. Viele Provider bieten dafür eine eigene Option im Kundencenter. Wichtig: Sie kündigen nur den Vertrag mit dem Provider, nicht die Domain selbst. Die Domain bleibt Ihnen erhalten.
Schritt 4: AuthInfo-Code anfordern
Nach der Kündigung erhalten Sie vom alten Provider den AuthInfo-Code (auch Auth-Code, EPP-Code oder Authorisierungscode genannt). Dieses Passwort ist einer bestimmten Domain zugeordnet und autorisiert den Umzug. Für jede Domain, die Sie umziehen möchten, benötigen Sie einen eigenen Code.
Wichtig: Der AuthInfo-Code ist bei .de-Domains 30 Tage gültig. Innerhalb dieser Frist muss der Umzug eingeleitet werden.
Schritt 5: Domain beim neuen Provider bestellen
Bestellen Sie die Domain beim neuen Provider und geben Sie dabei den AuthInfo-Code ein. Bei .de-Domains erfolgt der Transfer in der Regel sofort — oft innerhalb weniger Minuten. Bei internationalen Domains (.com, .org, .net) kann es bis zu 7 Tage dauern.
Schritt 6: DNS-Einträge und Website einrichten
Richten Sie Ihre Website und E-Mail-Postfächer beim neuen Provider ein und überprüfen Sie die DNS-Einstellungen. Falls Sie die Website-Dateien ebenfalls umziehen, laden Sie Ihr Backup auf den neuen Server hoch.
Schritt 7: Funktionstest
Prüfen Sie nach dem Umzug, ob die Website erreichbar ist, E-Mails ankommen und alle Funktionen korrekt arbeiten. DNS-Änderungen können bis zu 24 Stunden brauchen, bis sie weltweit wirksam sind.
Sonderfall: Provider reagiert nicht
Falls Ihr alter Provider den AuthInfo-Code nicht herausgibt oder nicht erreichbar ist, gibt es für .de-Domains den AuthInfo2-Code. Diesen können Sie direkt bei der DENIC (der deutschen Domain-Registrierungsstelle) unter authinfo-code.de beantragen. Der Code wird per Einschreiben an den eingetragenen Domaininhaber versandt — komplett am alten Provider vorbei. Für diesen Service fällt eine Gebühr an.
Häufige Fehler beim Domainumzug
Zu spät handeln. Fordern Sie den AuthInfo-Code mindestens zwei Wochen vor Ablauf der Vertragslaufzeit an. Wenn der Code erst kurz vor Fristende kommt und etwas schiefgeht, haben Sie keinen Puffer.
Daten nicht gesichert. Erstellen Sie vor dem Umzug immer ein vollständiges Backup. Einige Provider löschen Website-Dateien und E-Mails, sobald die Domain transferiert wird.
Inhaberdaten nicht aktuell. Der AuthInfo-Code wird an die beim Provider hinterlegte E-Mail-Adresse des Domaininhabers geschickt. Sind diese Daten veraltet, erreicht Sie der Code nicht. Prüfen Sie vor der Kündigung, ob Ihre Kontaktdaten korrekt sind.
Domain-Lock vergessen. Bei internationalen Domains muss der Transfer-Lock (Transfersperre) vor dem Umzug deaktiviert werden. Diese Einstellung finden Sie in der Regel im Kundencenter des alten Providers.
Brauchen Sie Unterstützung?
Ein Domainumzug gehört zu meinen Standardleistungen. Ich übernehme den gesamten Prozess für Sie — von der Kündigung über die technische Migration bis zum Funktionstest. So müssen Sie sich um nichts kümmern.